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Samstag, 18. Oktober 2014

Kalymnos 2014/4: Odyssey & Panorama

Einige Klassiker dürfen bei einem Kalymnos-Besuch natürlich nicht fehlen. Dazu gehören insbesondere mein Lieblingssektor, der Odyssey. Hier gibt es tolle Routen in allen Graden, und das heisst nun wirklich von 3a-9a. Der Wandfuss ist meist schön eben und man findet bis spät am Nachmittag den willkommenen Schatten. Ideal auch, wenn man mit Kindern unterwegs ist, was bei uns 2x der Fall war. Immer nur ans Meer zum Baden (die Möglichkeit hätte bestanden) war dann doch nicht spannend genug, das Klettern bzw. Spielen am Fels die willkommene Abwechslung dazu. Am Abreisetag wurden die letzten Kräfte dann noch in einige Routen in der Grande Grotta und im daneben gelegenen Panorama-Sektor investiert.

Madame 3a-ist-einfach-für-mich-aber-ich-klettere-nie-ohne-Chalkbag!
Auf eine nähere Beschreibung der einfacheren, kindertauglichen Routen wie The Verger (3a), The Naughty Nun (4a), Eumeo (4a) et cetera verzichte ich hier. Sie bieten alle schönen, festen Fels und einwandfreie Absicherung. Etwas ältere, bzw. geübtere Kinder kann man hier auch sorgenfrei vorsteigen lassen. Wirklich ein ideales Gelände, um die Kleinen oder sonstige Anfänger mit dem Klettersport vertraut zu machen. Meinerseits habe ich nach etlichen Besuchen im Odyssey und zahlreichen Onsight-Erfolgen das Gelände schon etwas abgegrast. Gerade im Bereich von 7a-7b+ gibt es gar nicht mehr soo viel zu tun. Schliesslich bin ich in folgende Routen eingestiegen:

Atena, 6b+: schöne athletische Route im rechten Teil, ein sehr beliebtes Testpiece für manche Kletterer. Einige Kletterspuren sind denn auch schon sichtbar, die Route ist jedoch nach wie vor Genuss und diente mir zum raschen Aufwärmen.

Omiros, 7b: das ausgiebigere Aufwärmen fand dann hier statt. Die Kletterei wird allerdings schon bald ziemlich zupfig, in steilem Gelände an suboptimalen Löchern, wo man hier und das die Finger drin verklemmen kann. Etwa in der Hälfte wartet eine knifflige Linksquerung, bevor man nach einen guten Rastpunkt den steilen, jedoch nicht so schweren Schluss anpackt. Das Einhängen der Umlenkung erfordert dann jedoch gewisse Reserven, denn ein tauglicher Griff dafür fehlt irgendwie...

Paris Texas, 7c: suuuuper geniale Wandkletterei! Nach einem einfachen Auftakt wird es dann bald technisch und fein an senkrechter Wand. Kleine, etwas glatte Leisten muss man halten, sauberes Antreten ist eine Selbstverständlichkeit. Hat man diese Zone passiert, wartet ein OK-Rastpunkt, bevor es in den steilen Schlussteil geht. Dort wartet zuerst eine zweite Crux an Seitgriffen, bevor es an guten Löchern ausdauernd zum Umlenker geht. Mein Onsight-Versuch war gut und scheiterte erst, nachdem meine Hände von einer schlipfrigen Leiste rutschten. Danach konnte ich den Sack dann zumachen, zwar mit ausgehenden Kräften in einer irre knappen Begehung, wo ich "on the run" die eingeplante Sequenz änderte - eigentlich taktisch ein absolutes No-Go, hier hatte mich meine Intuition aber nicht getäuscht und es war der einzige, noch verbleibende Weg zum Erfolg.

Ulisse Coperto di Sale, 7a: diese Tour würde ich als weniger empfehlenswert bezeichnen. Zu Beginn warten 1-2 Züge an die Schuppe, danach ist's erst total einfach bevor zum Schluss noch eine kurze und harte athletische Crux wartet. Dort lässt sich der BH nicht einhängen, bzw. erst nachdem man die Stelle überklettert hat und bereits kurz vor der Umlenkung ist. Mir ging es gerade so im Onsight, auf Niveau 7a wird diese Tour jedoch keine grosse Freude machen.

Scylla, 7c+: beim Ablassen über die Paris Texas war mir aufgefallen, dass sich in der Tour links daneben zwar fast keine Kletterspuren, aber dennoch ein paar gut aussehende Löcher befanden. Also wurde diese Route zum nächsten Projekt auserkoren. Sie gelang mir schliesslich komfortabel im Second Go, mit etwas mehr Beta und Kletterspuren wäre vielleicht sogar ein Flash dringelegen. Mir kam es nicht unbedingt schwerer wie die Paris Texas vor, möglicherweise liegt's jedoch daran, dass mir die Scylla-Crux optimal passt, mit anderer Morphologie geht meine Griffwechsel-Lösung dann wohl rasch nicht mehr und man muss schwerer moven.

Für die Heimreise von Kalymnos wählt man idealerweise einen Flug, der abends nicht vor 18 Uhr Kos verlässt. So bleibt einem auch am Abreisetag nochmals die Gelegenheit um praktisch uneingeschränkt zu klettern, weil ja das Tageswerk in der Regel eh schon um 14 Uhr vollendet ist. Somit wollten wir uns noch in der Grande Grotta und im Sektor Panorama austoben. Auf der Tickliste mit den beliebtesten und besten Kalymnos-Routen von 8a.nu hatte ich im Bereich zwischen 7a und 7c bis auf die Route Ivy (7b) in der Grande Grotte bereits die ersten 20 Routen geklettert. Also war es das logische Ziel, diese Pendenz zu erledigen. Neu wartet auf Nr. 21 die Aegialis (7c) als erste, mir noch unbekannte Route - wenn ich mich stark und fähig fühle, möchte ich diese Ikone später einmal im Onsight versuchen. 

Kathrin in der Route Elefantenhimmel (7a) in der Grande Grotta.
Ivy, 7b: extrem steile 3D-Kletterei an Sinterbobbeln, gemeinhin auch als das Vordiplom für die Route Priapos (7c) bekannt. Letztere war mir ja bereits vor 2 Jahren gelungen, somit stieg ich guten Mutes in die Ivy ein. Ich kam denn auch ohne grössere Schwierigkeiten durch, die Kletterei war allerdings irgendwie doch schwerer wie vermutet. Kürzer halt wie Priapos, aber irgendwie gar nicht so viel leichter. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass die Hakenabstände im oberen Teil für Kalymnos-Verhältnisse beinahe schon ein beherztes Wegsteigen erfordern.

Room with a View, 7a+: sehr schöne Route mit etwas technischem Geschiebe an eher runden Sinterstrukturen zu Beginn, und danach rattenscharfer Tropflochkletterei an senkrechtem Fels. Mir gefiel das einfach genial gut, so richtig Engelhorn- oder Wenden-Like. Manch anderer hält aber vermutlich lieber die speckig-seifigen Sinterbobbel in der Hand...

Manu Tchao, 7c: Neutour im zentralen Panorama-Teil. Vor allem der Beginn ist extrem reingezwängt, es mussten dafür auch diverse andere Touren verlegt werden. Und klettert man im wesentlichen Teil den Griffen nach, so befindet man sich nicht nur eine, sondern gleich zwei Touren zu weit rechts! Irgendwie verzichtbar, noch unabgeklettert und die Sinter im oberen Teil sind auch eher etwas fragil.

Lulu in the Sky, 7b: nach einem gut machbaren Auftakt geht's auf den Bug. In der Wand oberhalb wartet die Crux, hier entweder stark sein an schlechten Zangen und Broccoli-Knubbeln oder die Linie sorgfältig auswählen. Hat man diese Crux einmal passiert, wartet dann noch 30m an perfektem Sinter-Ausdauergebolze. Nie mega schwer, aber einfach anhaltend und endlos bis zum Umlenker auf 40m Höhe. Mit einem 70m-Seil kommt man hier nur ganz knapp wieder runter! Unbedingt die Fixexe klinken, sonst hängt man zu weit von der Wand entfernt und baumelt beim "Seil aus" im Leeren.

Bye Bye Felix, 7a: Ein Werk von Chäppi Ochsner mit einfachem Start in Dreier- und Vierergelände. Danach geht's dann an einem Sinter zur Sache, erst helfen noch ein paar gute Löcher in die Höhe, bevor es dann wirklich knifflig wird. Nicht zu früh nach links queren dürfte helfen... Wissenswert: während die ersten 2 oder 3 Haken im Hauptteil einmal saniert wurden, stecken danach nur noch die alten Rostleichen. Umkehren ging auch nicht mehr, mir war Angst und Bange, einfach nur ja ohne die Sicherungskette zu belasten durch. Am Stand steckt dann auch immerhin ein neuer Zusatzbolt und nach dem Ablassen sagt mir der daneben kletternde Engländer, dass er in der Crux einen satten Flug in den Rostie hingelegt habe, und der jedenfalls an Ort und Stelle geblieben sei. Diese Leute haben Nerven...

Qualitätsware von Rockland wie es z.B. in der Route La Risée steckt. Haltekraft: unbekannt...
La Risée, 7a+: wird im Führer als kurze Boulderroute angepriesen, es sind aber doch 20 anhaltendene und interessante Klettermeter. Mir hat die Tour super gefallen, der Fels ist noch ursprünglich rauh und die Bewegungen sind sehr interessant. Den Schluss kann man sich übrigens auch unnötig schwer machen, schau genau! Die Route ist im Übrigen von den Remy-Brüdern und gar noch nicht so alt, leider wurden minderwertige Rockland-Bolts verwendet, an denen die Korrosion auch schon ganz schön zu nagen beginnt.

Das war's dann aber, mit der letzten Route war das Zeitlimit von 14 Uhr sogar schon um ein paar Minuten überschritten wurden. Also das Kletterzeugs rasch eingepufft und ab ging's mit dem Töff Richtung Hafen, um dann per Schiff, Bus und Flug nach Hause zu kommen. Viel zu rasch waren unsere fünften Kalymnos-Ferien vorbeigegangen. Und ich wage jetzt schon die Behauptung, dass wir wieder zurück kommen werden. Auch wenn ich etliche der bekannten Klassiker bereits klettern konnten, so warten dennoch viele schöne und spannende Routen auf ihre Entdeckung. Hatte ich in meinem ersten Post noch die Befürchtung geäussert, dass meine suboptimale Vorbereitung zu eher mässigen Leistungen führen könnte, so lief es dann doch gar nicht so schlecht. Gepunktet hatte ich schliesslich:

1x 7c+, 2x 7c, 3x 7b+, 6x 7b, 4x 7a+, 8x 7a und 8x <7a

Wie in der Vergangenheit schon öfters hatte ich zu Beginn eher noch am meisten Mühe, und kam erst ab dem zweiten, dritten Tag richtig in Schwung. Trotzdem ist dies manchmal schwierig einzuordnen, und aus dieser Emotion heraus kam dann auch meine Aussage mit der schlechten Vorbereitung. Im Gegensatz dazu war ich dann auch am letzten Tag weder müde noch platt. Ich glaube als Radfahrer wäre ich der typische Spezialist für lange Rundfahrten, wohingegen ich im Sprint oder beim Bahnfahren absolut keinen Stich hätte ;-)

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Kalymnos 2014/3: Prophitis Andreas

Mit dem Sektor Prophitis Andreas wollten wir einen für uns neuen, aber auch generell erst kürzlich im 2013 erschlossenen Fels aufsuchen. Er befindet sich in der Nähe des Passes, der von Skalia nach Palionisos führt. Das Neutourenblatt spricht davon, dass es sich nach Abschluss der Arbeiten um einen der grössten und besten Sektoren der Insel halten soll – da schaut man doch besser einmal früher als später hin. Eine Anmarschzeit von 20 Minuten wird einem versprochen, wir brauchten nur gut die Hälfte. Obwohl der Sektor am Südabhang liegt, folgt man bis zuletzt einem bereits gut ausgetretenen Weg auf der Nordseite. Der erste Eindruck vom Gebiet ist dann nicht so mega-wow: die schweren Touren links beginnen alle mit einem steilen, bouldrigen Einstieg, flachen dann rasch ab und sind nur ~15m hoch. Weiter rechts locken die einfacheren, bis zu 40m hohen Touren meist auf grauen Platten.

Der linke Sektor am Prophitis Andreas mit den bouldrigen Kurzrouten von 7b-8a.
Prophet Andreas, 7a: Die einzige Route mit der Höchstnote von 4 Sternen, darum beginnen wir hier. Tatsächlich wartet sehr schöne, steile und homogene Wandkletterei. Der Fels ist stark vom Wasser zerfressen, mit Tropflochleisten, Löchern und oft auch abstehenden, kleinen Features. Bei uns daheim würde solches Zeug unmittelbar abbrechen, hier scheint es jedoch genügend widerstandsfähig zu sein. Die Kletterei ist anhaltend aber nirgends wirklich hart, der Grad eher gutmütig vergeben.

To Taksidi, 7c: Mehr wegen dem Grad als wegen der überzeugenden Linie bin ich hier eingestiegen. Die eher schmerzhaften Löcher am bouldrig-steilen Wulst zu Beginn sind nicht besser, als es vom Boden aus den Einstieg macht und trotz der Kürze der Route ist die Sache recht anhaltend. Mir taugt’s nicht und ich baue die Route gleich wieder ab.

Tsopanakos, 7b: Weiter rechts und nicht am linken Bauch gelegen, trotzdem beginnt die Tour mit einem strengen Bouldereinstieg und die Schwierigkeiten sind nach 7-8m gegessen, im 6a-Gelände erreicht man den Umlenker auf 22m Höhe. Total geschenkt ist es nicht, allerdings dennoch viel einfacher wie die 7c.

Kathrin auf der sehr schönen Platte von Prophet Andreas (7a)
Pax Alsaciana, 7b+: Wenn denn nochmals eine Steigerung her sollte, dann konnte es nur eine der linken Routen am Boulderbauch sein. In diesem Exemplar hier ist der Fels von einer extremen Schärfe, man kann hier nur klettern weil alle Griffe massiv mit dem Hammer bearbeitet wurden. Die Züge sind streng, die Hakenabstände kurz und die Route etwa 12m lang. Ich fand die Route nicht unbedingt empfehlenswert, gut glückte der Durchstieg auf Anhieb.

Helleni, 7a+: Zum Abschluss nochmals in eine Route an der besten Zone dieses Klettergarten. Bei der Helleni handelt es sich um  die linke Nachbarin der Prophet Andreas. Sie bietet denn auch gleich schön, sehr ähnliche, homogene Kletterei von ungefähr gleicher Schwierigkeit. Wirklich empfehlenswert!

Kathrin in Ephemere Eternite (6c), mit einem dolomitisch anmutenden Kamin.
Facts

Neuer, südlich exponierter Sektor in Nähe des Passes nach Palionisos, mit sehr schöner Meersicht. Er bietet aktuell 40 Routen und hat noch Potential für einige mehr. Vormittags am Schatten, Sonne ab ca. 12.00-12.30 Uhr. Sehr empfehlenswert sind vor allem die Steilplattenrouten in der Mitte, mit Schwierigkeiten zwischen 6a und 7a. Die schwereren Routen links sind eher kurz, mit einem steilen Bouldereinstieg und dann rasch abflachend. Klar, bei uns zuhause würde man diesen Fels immer noch gerne in seinem Vorgarten haben, für Kalymnos-Verhältnisse ist das Gebiet (v.a. die schweren Routen) eher unterer Durchschnitt.

Montag, 13. Oktober 2014

Kalymnos 2014/2: Little Verdon

Die Erkundungstour über die Insel geht weiter! An dieser Stelle kann ich über einen neuen und bisher erst wenig bekannten Sektor berichten, das Little Verdon an der Skyline von Arginonta. Er wurde von den Gebrüdern Remy erschlossen. Schon von weiter lässt sich erahnen, dass sich die Routen an der kompaktesten Stelle des langgezogenen Felsbandes im Bereich einer orangen Grotte befinden und dies trifft dann auch tatsächlich zu. Im benachbarten, etwas gegliederteren und weniger kompakten Ovoland findet man auch noch diverse Möglichkeiten im fünften Franzosengrad. Der Zustieg wird mit 30 Minuten angegeben, welche wir auch beinahe benötigten. Viel schneller wird man vermutlich nicht sein, es sei denn man renne den Berg hinauf. 

Sektoren Ovoland und Little Verdon. Ganz links das Ovoland, dann die orange Grotte und rechts die Verdon-Platten.
Fioca, 7a & Duro, 7b: Nun denn, es will gleich einmal geprüft sein, ob die grauen Platten dem namensgebenden Vorbild gerecht zu werden vermögen. Und die Antwort darauf ist ja, es handelt sich wirklich um verdoneske Wandkletterei in vorzüglichem, grauem, senkrechten Fels! Die Tropflöcher sind hier nicht immer optimal griffig, oft bedient man seitliche Schlitze und Untergriffe, die man dann auch gar nicht so gut als Tritte nutzen kann - hat mich irgendwie auch etwas an den Fels an der Ostküste von Sardinien erinnert. Ich konnte, quasi zum Aufwärmen, beide Routen onsight klettern - wobei ich die 7b jetzt vielleicht noch einen Tick anhaltender, aber in der Crux nicht unbedingt viel schwerer wie die 7a fand.

Fanny ma Reine, 7b+: Diese Route hat einen ganz anderen Charakter und zieht sich sehr steil entlang einer Lochreihe aus dem Zentrum der orangen Grotte raus. Neben uns war noch ein Team von Briten zur Stelle, und somit konnte ich hier von bereits eingehängten Expressen profitieren, danke! Die Kletterei hier echt fantastisch, die vollen 4 Sterne zu vergeben sogar ein Muss! Vor allem das Finale ist genial, dort habe ich cool und bewusst einen Haken nicht geklippt, bin stattdessen kühn nach rechts an den Tufa-Blob gehechtet und konnte ihn trotz kommenden Füssen blockieren. Onsight, das war der Hammer! Einem der Briten gelang die Tour im dritten Go dann auch noch, dies im stolzen Alter von bereits 66 Jahren (er könnte mein Vater sein) - well done, mate!

Hier die orange Grotte von nahem. Die Fanny ma Reine in deren Zentrum der Lochreihe entlang.
Odious Guppie, 7b: Eine echt voll mühsame, bouldrige Route im linken Teil der orangen Grotte. Der Fels ist jedoch hier eher hellgrau-orange, glatt, abschüssig und gar nicht griffig. Oft beklettert wird die Route wohl auch nicht, und ohne "Stützrädli" (d.h. Chalkspuren) war denn der Onsight komplett unrealistisch. Irgendwie war es aber doch noch cool und ein Challenge, doch auch der nächste Versuch war nicht erfolgreich, im dritten ging es dann gerade so knapp. Für mich klar die härteste Tour, die ich in diesem Sektor versucht hatte.

Loulou, 6a+ & Petra, 6b: So zwischen 12.30-13.00 Uhr kam so langsam aber sicher die Sonne, die schweren Routen waren bis auf die eher unmöglich aussehende Blame the Machine 8a+ alle gepunktet und die Kraft bereits aufgebraucht. Nur an der Motivation und dem Willen, noch zwei Routen zu geniessen fehlte es nicht, was dann an diesen beiden Routen in vorzüglichem, grauem und wasserzerfressenem Fels erfolgte. Die Letztere davon ist in der Crux dann auch gar nicht mehr so einfach!

Das war es dann aber, ein echt toller Klettertag ging zu Ende und wir zogen von dannen. In guten 20 Minuten erreichten wir den an der Passstrasse parkierten Scooter. Nun waren nur noch 7.5km zu cruisen, bevor dann wieder Sommer, Sonne, Strand angesagt war. Das Little Verdon ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Am meisten lohnt es sich sicher für Kletterer im sechsten Franzosengrad, welche die fantastischen Platten probieren können. Für Kletterer im mittleren siebten Franzosengrad findet sich für einen Tag auch ein genügendes Angebot. Und wer noch stärker unterwegs ist und hierher kommt bzw. kommen muss, findet mit der 8a+ auch noch etwas um sich die Zähne auszubeissen. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob diese Route bereits je eine RP-Begehung erfahren hat. Von den Remy-Brüdern selber wohl eher kaum?!? Trotzdem ist's natürlich möglich, das Gegenteil allerdings auch. Schwer aussehen tut es auf jeden Fall, Kletter- bzw. Chalkspuren sind absolut keine sichtbar.